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Entgeltumwandlung: sinkender Höchstrechnungszins – steigender Verwaltungsaufwand ?

30.12.2014
Sinkender Rechnungszins – steigender Verwaltungsaufwand

Den Unternehmen stehen für die Weiterführung einer vom Arbeitnehmer “mitgebrachten” Entgeltumwandlung zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

a) Weiterführung über einen Versicherungsnehmerwechsel
Bei einem Neueintritt eines Arbeitnehmers wird die Entgeltumwandlung über einen Versicherungsnehmerwechsel weitergeführt. Der neue Arbeitgeber wird Versicherungsnehmer und übernimmt alle Rechte und Pflichten des gesamten Vertrages und der damit verbundenen arbeitsrechtlichen Zusage (Hinweis: Überprüfung des Altvertrages dringend empfohlen). Der Arbeitnehmer verliert ggf. günstigere Konditionen (Gruppenrabatte des Versicherers). Ansonsten läuft der Vertrag unverändert weiter.

In der Konsequenz existieren beim Unternehmen dann eine Vielzahl unterschiedlicher Direktversicherungszusagen bei einer Vielzahl von Versicherungsgesellschaften. Dies erhöht den Verwaltungsaufwand erheblich. Bisher konnte der dadurch steigende Verwaltungs- und Prüfungsaufwand durch Anwendung der sog. “Übertragung” vermieden werden.

b) Weiterführung durch Übertragung
Bei dieser Form der Weiterführung erhält der Arbeitnehmer eine neue, wertgleiche Zusage entsprechend der Regularien des neuen Arbeitgebers. War der Arbeitnehmer bisher bei z.B. bei Pensionskasse A versichert, erhält er nun eine Direktversicherung bei Versicherung B (die Gesellschaft, die der neue Arbeitgeber anbietet) in die das bisher angesparte “Kapital” (Übertragungswert) integriert wird. Gegebenenfalls verliert der Arbeitnehmer dabei z.B. auch eine in seine alte Direktversicherung integrierte Berufsunfähigkeitsabsicherung. Denn wertgleich heißt weder, dass die Zusage identisch mit der alten ist noch, dass auch die gleichen Risiken zugesagt bzw. versichert werden. Der Arbeitnehmer erhält eine komplett neue Zusage. Der neue Arbeitgeber vermeidet somit die Verwaltung einer Vielzahl unterschiedlicher Direktversicherungen bzw. Versicherungsgesellschaften und eliminiert auch eventuelle Haftungsrisiken aus dem “Altvertrag” des Arbeitnehmers.

Problematik durch fallenden Rechnungszins der Versicherer
Generell wird die sogenannte “Übertragung” problematischer werden. Denn bei der Übertragung verliert der Arbeitnehmer in jedem Falle seinen bisherigen garantierten Rechnungszins. So fällt ein Direktversicherungsvertrag, der 2005 mit 2,75 % garantiertem Rechnungszins abgeschlossen wurde bei einer Übertragung 2015 auf 1,25 %. Hinzu kommen ggf. noch Nachteile aus den zum 01.01.2013  geltenden Unisex-Tarifen. Dies alles ist einem Arbeitnehmer kaum mehr vermittelbar. Die Unternehmen werden zunehmend gezwungen sein, die Weiterführung über den Versicherungsnehmerwechsel anzubieten.

Hinweis:
Unternehmen, die zur Vermeidung eines steigenden Verwaltungsaufwandes auch zukünftig den Weg der Übertragung gehen möchten, sollten sicher stellen, dass der Arbeitnehmer über alle Konsequenzen aufgeklärt wurde. Ein Mittelweg könnte ggf. sein, entsprechende Gruppenverträge zumindest mit allen großen bAV-Versicherern zu vereinbaren. Letztlich lässt sich aber ein Ansteigen des Verwaltungsaufwandes bei der Entgeltumwandlung kaum verhindern.

Lösungsansatz Outsourcing
Verstärkt denken Unternehmen auch aufgrund der Portierung über das komplette Outsourcing von Verwaltung und Beratung nach. So werden Ressourcen im HR-Bereich frei und fachliches Know-How muss nicht mehr kostenintensiv aufgebaut bzw. vorgehalten werden.

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