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Entgeltumwandlung und Lohnnebenkosten

01.09.2014

Entgeltumwandlung schlechter als private Vorsorge
Zwar bewegt sich ein gänzlicher Einbehalt der durch die Wandlung “eingesparten” Lohnnebenkosten im rechtlich zulässigen Rahmen. Wird aber nicht zumindest ein Teil der eingesparten Lohnnebenkosten zur Erhöhung des Altersvorsorgebeitrages (Bezuschussung durch der ArbG) verwendet, führt dies i.d.R. dazu, dass die spätere Nettorente (gesetzliche Rente + Betriebsrente) gegenüber einer Privatvorsorge (gesetzliche Rente + Privatrente) bei identischem Nettoaufwand des ArbN niedriger ausfällt.
Mit anderen Worten: hätte der ArbN nicht betrieblich sondern privat vorgesorgt, wäre seine Nettorente höher. Der ArbG erhält somit einen Vorteil auf Kosten der Vermögensverhältnisse des ArbN. Wird der ArbN hierauf nicht explizit hingewiesen, entsteht unseres Erachtens ein arbeitgeberseitiges Haftungspotential (Aushöhlung des Rechtsanspruches auf Entgeltumwandlung).

Förderung der Wandlung
Korrekterweise sollte der ersparte Sozialversicherungsbeitrag also zumindest in Teilen an den Mitarbeiter in Form eines Zuschusses zur Wandlung weiter gegeben werden, um einer Aushöhlung des Rechtsanspruches zu entgehen. Der Altersversorgungs-beitrag des Mitarbeiters und somit die spätere Rentenleistung steigt durch den Zuschuss des Arbeitgebers; der geringeren gesetzlichen Rente und der späteren Belastung der Betriebsrente durch Krankenversicherungsbeiträge wird durch eine höhere Betriebsrente gegengesteuert. Dem Unternehmen verbleiben aus der Lohnnebenkostenersparnis noch Mittel zur Deckung der Verwaltungs- und Betreuungskosten.

Outsourcing 
Wird die Verwaltung, Betreuung und die Beratung der Mitarbeiter einen einen externen Dienstleister ausgelagert, kann der verbleibende Teil der Lohnnebenkostenersparnis zur Deckung der entstehenden Kosten für das Outsourcing verwendet werden.
Unternehmensseitig führt das Outsourcing zu einer Kostenreduktion und zu einer Minderung haftungsrechtlicher Aspekte.

Provisionsfreie Versicherungstarife
Da im Falle eines Outsourcings die Betreuung und auch die Beratung auf Honorarbasis erfolgen, kommen provisionsbehaftete Versicherungstarife nicht mehr zum Einsatz. Der Arbeitnehmer bezahlt mit Abschluss der Entgeltumwandlung keine Provisionen mehr und erhält somit höhere Ablaufleistungen; der geringeren gesetzlichen Rente und der späteren Belastung der Betriebsrente durch Krankenversicherungsbeiträge wird so weiter entgegengesteuert. Der Arbeitgeber entzieht sich jeglicher Provisionsdiskussion und erreicht durch die Auslagerung der gesamten Verwaltung und Betreuung noch eine Kostenersparnis, zumindest jedoch Kostenneutralität. Nur bei sehr komplexen Versorgungswerken könnten die Kosten etwas zu Lasten des Arbeitgebers gehen.

Fazit
Ist die Entgeltumwandlung professionell konzeptioniert, profiliert sich das Unternehmen zurecht als sozial- und verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Eine effiziente Auslagerung der Verwaltung und Beratung (Outsourcing) gewährleistet eine Kostensenkung, zumindest jedoch Kostenneutralität.

Auf Seiten der Arbeitnehmer führt diese Systematik – effektive Verwaltung, Bezuschussung der Wandlung, provisionsfreie Versicherungstarife –  zu höheren Ablaufleistungen und somit höheren Nettorenten. Der durch die Wandlung bedingten, niedrigeren gesetzlichen Rente und der Belastung durch die anfallenden Krankenversicherungsbeiträge der Betriebsrente wird so wirksam entgegen gesteuert.

Die Entgeltumwandlung erreicht ihr eigentliches Ziel: sie führt von wenigen Ausnahmen abgesehen zu höheren Nettorenten gegenüber einer privaten Vorsorge.

Hinweis: die hier genannten Aussagen stellen keine Beratung, auch nicht im Sinne einer Recht- und/oder Steuerberatung dar.

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