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Was sich deutsche Unternehmen vom BRSG erwarten

05.07.2017

Eine neue Befragung von Willis Towers Watson gewährt Einblicke in die Erwartungen deutscher Unternehmer zur bevorstehenden bAV-Reform. Die Umfrage basiert auf den Ergebnissen von 107 bAV-Verantwortlichen aus Unternehmen in Deutschland. Aus diesen wird erkenntlich, dass sich die Erwartungen zwischen Unternehmen, welche bereits eine bAV haben und denjenigen, welche noch keine haben, stark unterscheiden.

Für Unternehmen, die noch keine bAV besitzen, bietet die Reform gute Anreize. Die neue Zusageform der reinen Beitragszusage, bei der für die Arbeitgeber nur noch die Pflicht zur Zahlung von Beiträgen bestehen soll und die neuen Freibeträge bei der Grundsicherung sind für die deutsche Altersversorgung fundamental neue Instrumente. Die neuen Anreize für Unternehmen, ein bAV-System einzuführen, werden als ausreichend eingeschätzt.

Ein Großteil der befragten Unternehmen mit bAV geht jedoch davon aus, dass das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz die bAV weder negativ noch positiv beeinflussen wird. Bemängelt wird von ihrer Seite vor allem, dass wichtige Änderungen für das bestehende bAV-System nicht durchgeführt werden, sondern der Fokus vor allem auf der Verbreitung der bAV in deutschen Unternehmen liegen würde. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Unternehmen mit bAV nicht glauben, dass das neue Reformpaket die relevanten Probleme der bAV adressiert. Als dringlichste Probleme werden zuerst die Sozialversicherungsbeiträge auf Betriebsrentenauszahlungen und der im Vergleich zum HGB-Rechnungszins hohe steuerliche Rechnungszins für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen genannt.

Unter ihnen herrscht auch eine gespaltene Meinung zu den Erfolgsaussichten der Reform. Immerhin 41 Prozent sehen eine Chance, dass die Reform ihr Ziel – die weitere Verbreitung der bAV – zumindest teilweise erreicht. Davon sind Großunternehmen sowie Mittelständler überzeugt. Kritischer ist ihr Statement zum Problem der Altersarmut. Sie werde durch das Reformpaket nicht (63 Prozent) oder allenfalls teilweise (33 Prozent) verringert.

Diese Zahlen belegen, dass das BRSG und ihre Reformkraft, Geringverdiener im Alter durch die bAV zu schützen, keine Euphorie auszulösen scheint. 75% der Unternehmen mit bAV haben laut der Umfrage auch nicht vor, künftig ein Angebot für Geringverdiener zu machen, auch wenn es nur eine geringe zusätzliche steuerliche Belastung wäre.

Auch wenn erst einmal die finale Fassung des Gesetzes abgewartet werden muss und den Unternehmen Zeit gegeben werden muss über die einzelnen Reformpunkte  nachzudenken, bietet diese Umfrage interessante Einblicke in die Stimmung unter deutschen Unternehmern im Hinblick auf die bAV-Reform.

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