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Wie der Rentenfaktor errechnet wird

21.08.2017

Als zu Jahres{-}beginn die drei großen Lebens{-}versicherer Allianz, Axa und Zurich ihre Renten{-}faktoren für ihre Fonds{-}policen nach unten korrigierten, waren über 700.000 Kunden direkt betroffen und konnten sich darauf ein{-}stellen, weniger Rente zu be{-}kommen als ihnen bei ihrem Vertrags{-}abschluss ver{-}sprochen wurde.

Dieses Ereignis nimmt die Karin Schmitt, Redakteurin für das Magazin Das Investment, als Anlass, den Renten{-}faktor noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen und zu erklären unter welchen beson{-}deren Um{-}ständen es Versicherern erlaubt ist, den lauf{-}enden Renten{-}faktor abrupt zu ändern.

Kurz zusammen{-}gefasst, der Renten{-}faktor ist eine mathe{-}matische Formel, die angibt wie das ange{-}sparte Kapital der Kunden bei Renten{-}beginn in eine lebens{-}lange Rente umge{-}wandelt wird. Bei Fonds{-}policen gibt es kein{-}erlei Garantien zur Mindest{-}rente, da ja bei Vertrags{-}abschluss noch nicht fest{-}steht, wie hoch das Gut{-}haben des Kunden einmal sein wird. Und genau deshalb braucht man den Renten{-}faktor, auf dessen Basis die Rente errechnet wird.

Doch wie setzt sich der Renten{-}faktor zu{-}sammen? Die drei wichtigsten Rechnungs{-}grundlagen des Renten{-}faktors sind die Lebens{-}erwartung, der Rechnungs{-}zins und die Höhe der Kosten des Produkts im Renten{-}bezug. Auch wenn die Renten{-}höhe ungewiss bleibt, gibt es für den Kunden Sicherheit bietende garantierte Renten{-}faktoren wie beispiels{-}weise die sogenannte Treu{-}händler{-}klausel nach §163 des Versicherungs{-}vertrags{-}gesetzes (VVG). Demnach darf der Renten{-}faktor nur geändert werden, wenn seine Rechnungs{-}grundlage sich in einem unvorher{-}seh{-}baren Maß ändert. Das ist z.B. der Fall bei dem un{-}erwarteten Anstieg oder Fall des Zins{-}niveaus oder der Ver{-}längerung der Lebens{-}erwartung.

Doch in Realität sieht der Renten{-}faktor um weit kom{-}plizierter aus als auf der Rechen{-}tafel. Die Vertrags{-}werke sind meist sehr unter{-}schiedlich geregelt, die ver{-}traglichen Ge{-}staltungs{-}spielräume groß und die Garantien können ebenso riesige Unter{-}schiede aufweisen. So muss man auf{-}merksam sein, ob der Renten{-}faktor voll garantiert wird oder z.B. nur zu 80% - eine Methode, die am der{-}zeitigen Markt be{-}sonders weit ver{-}breitet ist. Auch muss man genau{-}esten darauf achten, worauf sich der Renten{-}faktor bezieht. Gilt er für das gesamte Guthaben oder doch nur für einen Teil? Oder wie ist der Renten{-}beginn über{-}haupt geregelt? Viele Stolper{-}fallen enthalten sich also in den kom{-}plizierten Vertrags{-}regelungen. Und um diese möglichst zu entgehen empfiehlt das Rating-Hauses Franke und Bornberg alle Parameter zur Be{-}rechnung des Renten{-}faktors wie Rechnungs{-}zins, Sterbe{-}tafel und die Bezugsg{-}rößen schriftlich zu fixieren, die garan{-}tierten Renten{-}faktoren für die möglichen Renten{-}beginne sind genau definiert und auf beiden Seiten sollte es einen Verzicht auf den schon erwähnten §163 VVG geben.

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