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Der Gender Pension Gap

| 4 Minuten Lesedauer

Eine neue Umfrage der Allianz zeigt, dass vier von fünf Frauen sich nicht über den Unterschied in der Altersvorsorge zwischen den Geschlechtern bewusst sind – eine fatale Unkenntnis, die Betroffene später im Alter zu spüren bekommen. An der Studie wurden von der Q | Agentur für Forschung GmbH im Auftrag der Allianz Lebensversicherungs-AG 1000 weibliche Personen gefragt.

Der tatsächliche Vorsorgeunterschied liegt laut dem Statistischen Bundesamt der Europäischen Union bei 36 Prozent, und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung berechnet sogar einen Unterschied von ganzen 46 Prozent. Den Vorsorgeunterschied schätzen die Teilnehmerinnen aber lediglich auf 25 Prozent.

Ein Grund an dieser falschen Einschätzung kann sein, dass 59 Prozent der Befragten laut der Umfrage weder Kenntnis von der Höhe ihrer späteren Rentenzahlung noch einen Überblick über weitere mögliche Einkommen im Alter. Wichtig hier anzumerken ist, dass diese Unkenntnis sich kaum von der Männer unterscheidet – nur sind die Auswirkungen dieser Unkenntnis für Frauen deutlich gravierender.

Worin Frauen die Ursachen für den Gender Pension Gap sehen

Nach den Ursachen für den geschlechtsspezifischen Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Altersvorsorge befragt, haben sich die folgenden Meinungen ergeben:

·         Schlechtere Bezahlung - 70 %

·         Kürzere Beschäftigungszeiten - 64 %

·         Arbeit in Mini-Jobs - 62 %

·         geringe Anrechnung von Kindererziehungszeiten – 59 %

·         Probleme beim beruflichen Wiedereinstieg z.B. Elternzeit – 57 %

Vorständin Laura Gersch  ist der Meinung, dass die genannten Argumente, warum Frauen sich nicht „aktiv“ um ihre Vorsorge kümmern würden (wie zum Beispiel „kein Geld“ oder „keine Zeit“) als Schutzbehauptungen von Kunden abgetan werden. Damit wird vielen Frauen fälschlicherweise und irreführenderweise unterstellt, dass sie gar nicht für ihr Alter vorsorgen möchten.

Auf Fakten entscheiden

Wer aber seinen Vorsorgebedarf richtig einschätzen kann, entscheidet auf einer ganz anderen Faktengrundlage und beugt dem Gender Pay Gap somit aktiv vor. Laura Gersch fordert dazu auf, den zukünftigen Rentnerinnen eine verlässliche Informationsbasis zu geben. Denn mit Vorsorgeplan verfügen sie doppelt so oft über eine private Absicherung als die Gruppe ohne Informationsbasis. Das Problem des Gender Pension Gaps thematisiert auch der Finanz-Blog HerMoney mit dem Ziel, vor allem Frauen zur aktiven Finanzplanuung zu motivieren. Auch wir von p.c.a.k. sehen in der Transparenz von Rentenansprüchen ein wichtiges Instrument, um Zukunftsvorsorge für Menschen greifbarer und somit aktiv gestaltbarer zu machen. Denn wie die Studie der Allianz aus den Ergebnissen schlussfolgert, sei es zuerst wichtig, den zukünftigen Rentnerinnen eine verlässliche Informationsbasis zu geben und transparent aufzuzeigen, welches Einkommen im Alter verfügbar sein werde und welchen Einfluss beispielsweise Faktoren wie Inflation und Langlebigkeit haben können. Dann könne über individuelle Lösungen wie beispielsweise Produkte mit flexiblen Zahlungsmöglichkeiten gesprochen werden. Unser Betriebsrentenportal für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde genau aus diesem Grund ins Leben gerufen.

 

Quellen:

- "Gender Pension Gap – unbekannt und unterschätz": Versicherungsjournal, 16.04.2021

- "Achtung! Gender Pension Gap": HerMoney.de, 26.09.2019

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